Cornelia Travnicek.

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frautravnicek: btw: die bäckerei hat das weißbrot versalzen, sachen gibts ihn italien... (Sa, 28 Aug 2010)
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Fütter mich. Prosa.

im Verlag Skarabaeus, Herbst 2009

120 Seiten

14,90 Euro

ISBN: 978-3-7082-3272-0

 

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Pressestimmen

Erste Auswahl an Rezensionen von Online-Medien:

 

"Das kippt den Leser um und weil die Geschichten kurz sind, ist die Lektüre des Buches ein einziges Kippen und Atmen und Sehen. [...] Große Leseempfehlung."

Max Scharnigg auf www.jetzt.de (Süddeutsche Zeitung)

 

"Ohne ein Wort zuviel zu verlieren, bietet Travnicek in "Fütter mich" von jedem unnötigen Wortballast befreite, überraschende und pointierte Storys, die - abgeschmeckt mit hinterfotzig-schwarzem Humor - für nachhaltige Verstörung beim Leser sorgen. Und ist das Unheimliche einmal eingesickert, helfen keine Zuckerglasur und keine Schokofüllung mehr."

Thomas Fröhlich, www.evolver.at

 

"Es ist die Liebe zu den Wörtern, die den Schrecken, der in den Erzählungen lauert, einschließt und bewahrt - weit über die Lektüre hinaus. Wer liest, um kurzweilig unterhalten zu werden, um von sich abzusehen, der sollte Fütter mich daher ungeöffnet beiseite legen. Wer aber liest, um nachhaltig aufgestört und in den Bann gezogen zu werden, dem seien diese eindringlichen Erzählungen dringend empfohlen."

Martina Wunderer, www.literaturhaus.at

 

"...erfrischend skurril, lakonisch, wüst. Ach wie gut dass niemand weiß, dass ein Buch oft als lange Sommernachts-Lektüreliste reicht."

Eva Morocutti, The Gap

 

"[...] Mit einem recht präzisen Blick, mit Liebe zum Detail und mit einem Humor, der nicht Gefahr läuft, ins Groteske abzudriften. Wir meinen: Egal ob Fixstern oder Komet, bitte nur nicht mit dem Schreiben aufhören. Danke."

Andreas Schneider, www.daswortreich.de

 

 

Leseprobe.

Meine Urgroßmutter ist eine kleine Frau. Wenn andere Menschen sagen »eine kleine Frau«, dann meinen sie mich, die gerade um einen Zentimeter die magischen Einssechzig nicht mehr geschafft hat. Wenn ich sage, meine Urgroßmutter wäre eine kleine Frau, dann heißt das, ich könnte ohne Probleme mein Kinn auf ihren Kopf legen. Früher war sie einmal größer. Das Problem an früher ist, dass ich da kleiner war. Ich weiß zwar nicht, ob Einstein seine Urgroßmutter noch kannte, aber ich nehme es stark an. Der Relativität wegen.

Die Tasse für den Tee muss ich mir selbst aus dem Küchenkasten holen. »Bleib sitzen«, sage ich. Meine Urgroßmutter trohnt auf ihren Polstern wie ein alt gewordener Geist aus Tausendundeiner Nacht. Die Kunststoffoberfläche des Tisches, an dem wir sitzen, war die Bühne für die Mittagessen meiner frühen Kindheit. Ich weiß nicht mehr wann, ich weiß nicht mehr warum. Kaiser, König, Edelmann, Bürger, Bauer, Bettelmann. Wir waren zu dritt, also konnte man nicht allzu weit abgeschlagen werden und schaffte es, selbst wenn man sich beim Essen Zeit ließ, immer noch in den Adelsstand. Heute würde ich vielleicht sagen, dass man so etwas mit Kindern nicht spielen sollte. Vom Aufessen werden sie fett und vom ewigen Kämpfen um den Adelstitel nicht gerade sozialfreundlich erzogen. Aber Kinder denken nicht über solche Dinge nach, und es hat mir und meiner Einstellung zur Gesellschaft auch nicht geschadet, im Fasching als Prinzessin verkleidet zu werden. Genauso wenig wie das Spielen mit Puppen mich nicht in einen typischen Frauenjob gedrängt hat. Ich sage zu ihr »Erzähl mir von früher« und ich sehe in ihr Gesicht, in dem nicht nur die Augen, sondern auch Haut und Mimik müde geworden sind. Sie schüttelt ein bisschen den Kopf, die Locken ihrer Dauerwelle sitzen nicht mehr ganz richtig im dünn gewordenen Haar. Wofür ich sie von Anfang an mochte, war, dass sie nicht in die Kirche ging. Sie sagt immer, in die Kirche würden nur alte Weiber laufen, die Angst vor dem Sterben hätten. Jetzt zittert sie ein bisschen beim Sprechen.